Mein erster Adventurewalk in Thüringen

Seit gestern bin ich so stolz auf mich, denn ich habe den Adventurewalk in Thüringen mitgemacht und es auch wirklich geschafft. Angemeldet haben wir uns zur 50 km Wanderung.

Los ging es mit dem Wochenende am Freitag, da bin ich mit meinen beiden Mitstreiterinnen nach Erfurt gefahren um in einer wirklich schönen airbnb Wohnung zu übernachten.

Von der Terrasse haben wir uns abends schon mal die Richtung angeschaut und überlegt, ob wir wirklich mitlaufen sollen oder einfach den Tag in Erfurt verbringen wollen. Natürlich nur aus Spass. Wobei meine eine Mitstreiterin echt Probleme mit ihrem Knie hat und sie wusste, dass sie nicht alles schafft. Aber auch sie hat wirklich Respekt verdient, soviel wie sie gelaufen ist.

Samstags sind wir dann um halb 5 aufgestanden um pünktlich am Stadion zum Start zu sein. Wir hatten die erste Welle um 6 Uhr gebucht, da uns das einfach weniger Zeitdruck machte. Zum Stadion sind wir natürlich schon gelaufen, und da wir es nicht gleich gefunden haben, waren wir also schon 1 Kilometer gelaufen ehe es überhaupt los ging. Am Startpunkt die Taschen abgegeben, die wir erst im Ziel brauchen würden (zum Umkleiden) und unsere Startbeutel abgeholt. Pünktlich um 6 Uhr ging es auch schon los.

Natürlich begann die ganze Tour mit einem heftigen Anstieg. Meine Mitstreiterin mit dem kaputten Knie hat da jemanden gefunden mit demselben Tempo und wir anderen beiden sind in unserem etwas schnellerem Tempo voraus. Es war vorher so ausgemacht, dass jeder sein Tempo läuft, da es anstrengender ist, sich anzupassen, egal ob schneller oder langsamer.

Der Wanderweg war echt schön aber auch sehr anspruchsvoll mit den Auf- und Abstiegen. Am Anfang habe ich noch ein paar Bilder gemacht aber im letzten Drittel nichts mehr, da war einfach nur noch vorankommen das Thema.

Naja und wie das Leben so ist, sind wir den Vorläufern einfach hinterher und haben gar nicht wirklich auf den Weg geschaut, schon um den Kilometer 10 haben wir uns dezent verlaufen. Wobei es ja ganz vielen so ging und wir dann auch festgestellt haben, dass da jemand die Wegmarkierungen umgehängt hat. Das hat uns mehr als einen Kilometer Umweg beschert.

Doch egal wie, das Ziel wartete auf uns. Es waren auf der Strecke vier Verpflegungspunkte, wo man auf Toilette konnte, seine Getränkflasche auffüllen und aus dem reichhaltigen Angebot etwas essen konnte. Da war echt für jeden was geboten, das die Energiespeicher wieder füllt. Für alle Notfälle war auch an jedem dieser Punkte ein Sanitäter gestanden, alles gut organisiert.

Am zweiten Versorgungspunkt habe ich mal Socken gewechselt, leider hat das nicht so viel gebracht und ich hatte auf die letzten Kilometer echte Probleme mit Blasen an den Füßen. Ich glaube bei Kilometer 45 dachte ich, dass sich die Blasen unter meinen Füssen zusammen getan haben und es nun nur noch eine große Blase je Fuß habe.

Meine Mitläuferin war auf der extremen Steigung, welche etwa beim Kilometer 30 auf uns wartete, um einiges schneller als ich, so ist sie eben voraus gelaufen, wie ja vorher ausgemacht. Doch am nächsten Versorgungspunkt hat sie dann auf mich gewartet. Sie sagte, dass sie nur 5 bis 8 Minuten vor mir da war, ich glaube ihr das mal, hätte aber mit einigem mehr gerechnet. Was mir auch gefallen hat, ist die nette Art der anderen Wanderer untereinander. Da wird einem Platz gemacht wenn man überholen mag und auch das ein oder andere nette Gespräch findet sich untereinander. Auch an den Versorgungspunkten ist man nett und drängelt nicht, wirklich alle ganz entspannt und damit eine tolle Erfahrung.

An dem Versorgungspunkt 3 fand ich die AdventureWalk Burger so witzig. Die sind sogar vegetarisch. Am vierten Versorgungspunkt gab es eine Kartoffelsuppe, die man sich mit dem Gutschein aus dem Startbeutel abholen konnte. Die haben wir aber nicht geholt, da es uns einfach zu warm war.

Irgendwann ab Kilometer 35 begann man mit dem Tunnelblick und hat sich nur noch selten wirklich umgeschaut, da man einfach nur noch ankommen wollte. Doch wenn man sich mal umgeschaut hat, bot einem der Ausblick wirklich ein schönes Panorama.

Das Ziel schon fast zum greifen nah hat uns die Strecke allerdings nochmal alles abgefordert. Ich glaube die letzten 3 Kilometer ging es steil bergab und der Weg war alles andere als eben. Da musste man schon arg aufpassen und trittsicher sein. Leider ist man das nicht mehr nach so vielen Stunden unterwegs, ich hoffe da gab es keine ernsthafte Verletzung.

Doch trotzdem haben meine Mitläuferin und ich es bis ins Ziel geschafft , beide mit einigen heftigen, schmerzenden Blasen an den Füssen, aber im Ziel wurden alle herzlich empfangen und wir haben gleich unsere Medaille bekommen, die Urkunde konnte man sich auch gleich ausdrucken lassen. Und weil ich so stolz auf mich war, habe ich wirklich mein erstes Selfie gemacht. So sehe ich also fix und fertig aus, wenn ich versuche zu lächeln und etwas skeptisch bin, was das Bild angeht.

Meine Mitstreiterin mit dem kaputten Knie hat es leider nicht ins Ziel geschafft, aber kann trotzdem echt stolz auf sich sein. Sie drehte bei Kilometer 25 um, also kurz vor dem heftigen Anstieg, der ihrem Knie sicher den Rest gegeben hätte. Von da lief sie zum letzten Versorgungspunkt zurück, da sie da von einem Bus zum nächsten Bahnhof oder so gebracht werden sollte. In Jena musste sie auch noch ein Stückchen laufen, so dass sie am Ende des Tages auch 37 Kilometer geschafft hatte und ich bin sicher auf einer ebenen Strecke hätte sie die 50 auch geschafft, doch leider haben die Auf- und Abstiege ihr das nicht gestattet. Trotzdem darf sie sehr stolz auf sich sein.

Alles in allem war die Tour wirklich sehr anspruchsvoll. Ich kann jetzt auch noch nicht wieder normal laufen, wegen den Blasen an den Füßen und den langsam anfangenden Muskelkater. Aber trotzdem werde ich es wieder wagen, da es echt viel Spaß gemacht hat und ich auch sehr stolz bin es geschafft zu haben.

Am Ende des Tages habe ich mit dem Weg zum Start, der Wanderung, den Umweg durchs Verlaufen und dem Weg vom Ziel zum Bahnhof auf meiner SchritteApp über 59 Kilometer gezählt, also fast 60. Auf die Frage ob ich das demnächst wieder machen möchte habe ich geantwortet: “Diese Woche nicht mehr.”

Okay um diese Tour mitzumachen musste man 54 Euro bezahlen, doch es ist es wert. Erstens ist man auf der Strecke bestens versorgt mit Getränken und Essen, von einem großen Helfer Team. Dann wurde die Strecke auch bestens markiert, okay nur da wo nicht irgendwelche Idioten die Markierungen umgehängt haben. Und am Ziel wurde man bestens umsorgt mit Umkleidekabinen, Musik, Urkunde und so weiter. Alleine der Start und der Zieleinlauf ist es schon wert. Wer also eine Herausforderung sucht und gerne in der Natur unterweg ist, sollte sich mal überlegen ob er da nicht mitmacht. Einmal muss man ja über seine Grenzen gehen, sowohl über die psychischen als auch die physischen.

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