Der Dachboden wird zum Fitnessraum

Der Winter ist lang und wenn man wegen Corona Lockdown nicht wirklich raus kann, kommt man auf komische Ideen. So dachte ich mir, in meinem jugendlichen Leichtsinn, ein Fitnessstudio wäre doch super. Der Dachboden ist ja noch frei. Und sind wir uns mal einig, wenn so viele Personen die Gebühren für Fitnessstudio immer bezahlen, kommt das auf Dauer richtig teuer. Ausserdem haben die ja nicht immer geöffnet.

Also haben wir erst einmal den Dachboden frei geräumt. Über die Jahre hat sich da einiges angesammelt, doch einmal Sperrmüll, und das Problem war erledigt.

Zu meinem Geburtstag im letzten Jahr habe ich mir dann ein Fenster geschenkt. Ein wenig Frischluft und natürliches Licht ist schon wichtig, wenn man voll Power gibt.

Isolierung ist auch wichtig, denn gerade im Winter ist so ein Dachboden, doch recht kalt und im Sommer zu warm. Also haben wir mit 180 mm Glaswolle isoliert und dann die Dampfsperre drauf. Ja dafür musste ich sogar auf den Dachboden rumkriechen.

Fenster natürlich auch frei gemacht, und in der Decke erst einmal frei gelassen, da stand noch etwas Arbeit aus.

Auch wenn die Baumärkte inzwischen Lieferschwierigkeiten haben, weil jeder sein Zuhause renoviert, wir haben rechtzeitig bestellt und dann gleich nach Hause geliefert bekommen. Zum Glück mussten wir nicht alles selbst holen. Reicht ja schon es nach oben zu bringen.


Die Decke wurden also mit OSB verkleidet, war schon eine heftige Arbeit. Aber so hält man sich gleich beim Erschaffen eines Fitnessraumes fit.

Bevor wir die Decke endgültig zu machten, haben wir die Balken noch verstärkt und mehrere Schraubgewinde befestigt, damit  wir Ösen nach unten montieren konnten um später meinen Schlingentrainer anzubringen. Da wir noch nicht wussten wohin dieser genau kommt und was später mal alles gehängt wird (vielleicht auch mal ein Hängesessel), haben wir eben gleich einige Gewinde mehr angebracht um flexibel zu sein.

Dann den Rest der Decke verkleidet und schon war alles fast schön. Da mein Partner gerne klettert haben wir eine Boulderwand im hinteren Teil geplant.


Und davor ein Regal, dass ich beim Training auch noch TV schauen oder Musik hören kann. Da die Dachschräge zu steil zum klettern gewesen wäre, kamen da noch Schrägen rein. Was mir natürlich dahinter noch kleine Kammern zum Verstauen verschiedenster Sachen ermöglichte.

Während das Regal langsam Formen angenommen hat, haben wir noch die Decken weiß lasiert. Sieht etwas besser aus als das reine OSB Muster.

Da man ja in den Dachschrägen nicht ohne sich den Kopf anzuschlagen den Platz bis unten nutzen kann, haben wir auf der einen Seite ein Schrank mit Schiebetüren gebaut, um auch alle restlichen Baumaterialien vom Haus, wie Fliesen und Dachziegel verstauen zu können. Denn irgendwann kann man die Sachen sicher noch einmal gebrauchen.

Auf der anderen Seite, unter dem Fenster, haben wir einen kleineren Schrank mit Schiebetüren und einen größeren Schrank mit Schubkästen gebaut. Da ist dann noch eine alte Küchenarbeitsplatte verbaut worden.

Die Lichter und der Strom wurde auch verlegt, dann ging es an der Kletterwand weiter. Da ist noch viel Arbeit gewesen, bis man die wirklich nutzen konnte.

Auch hier wurden OSB Platten verbaut, natürlich die dickeren, denn die müssen schon ganz schön Gewicht halten. Die Löcher wurden von uns auch gleich in einem Raster vorgebohrt und von der Rükseite mit speziellen Anschraubmuttern versehen, damit man später die Boulder jederzeit umschrauben und damit ändern kann.

Diese Platten wurden dann alle wieder abgebaut und gestrichen. Denn für eine Kletterwand braucht man schon eine extra Spezialfarbe, mit einer Art Sand drin, damit man nicht so leicht abrutscht. Das Auftragen der Farbe hat uns einige Rollen gekostet, denn die 2 Komponenten Farbe hat die Rollen einfach aufgelöst.

Nach dem Trocknen der Farbe konnten die Platten wieder an die Wände montiert werden. Ein kleines Puzzle, aber es sind keine Teile übrig geblieben.

Die kleinen Abstellkammern wurden auch noch ausgebaut, dass wir sie nun wirklich sinnvoll nutzen können.

Dann erst einmal sauber machen. Sonst sieht man ja den Boden nicht, aber der musste natürlich auch noch bearbeitet werden.

Also einmal Bodendämmung verlegt und ein schönes Laminat drauf.

Dann noch eine Fallmatte auf die richtige Größe gebracht. Gebraucht gekauft und trotzdem noch 1a, man muss auch mal Glück haben.

Also der vordere Teil war schnell eingeräumt, ich finde es auch genial, dass meine Jungs sich schon fast streiten, wann wer Sport machen darf. Oder liegt es nur am TV schauen, was man damit verbinden kann?

Doch auch das Bouldern macht ihnen Spaß. Wir haben erst einmal drei Boulder (Routen) geschraubt, doch wenn die zu langweilig werden, kann man sie ja schnell ändern.

Okay, ein Geständnis mach ich hiermit, auch wenn es meine Idee war, ohne meinen Partner hätte ich es nicht geschafft. Egal ob die Planung, die Umsetzung und auch das Können, ich wäre dabei ziemlich aufgeschmissen gewesen. Dafür ist es okay, wenn er den hinteren Teil bekommt oder? Auch die meiste Arbeit hat er alleine gemacht, meistens während ich im Bett lag und nach der Nachtschicht geschlafen habe. Aber da hat er auch Anschiss bekommen, da ich ihm gerne bei der ein oder anderen Arbeit geholfen hätte.

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